Leïla Marouane (geboren als Leyla Zineb Mechentel am 20. Juli 1960 in Djerba, Tunesien; gestorben am 8. April 2026 in Paris) war eine französische Journalistin und Schriftstellerin. Sie schrieb bis 2009 unter dem Pseudonym Leïla Marouane.
Leben Nach einem abgebrochenen Medizinstudium und einem Semester in Geologie studierte Marouane in Algier moderne Literatur. Danach arbeitete sie als Journalistin bei den Zeitungen Horizons und El Watan, später bei Politis und Jeune Afrique. 1990 wurde sie im Küstenort Bou Ismaïl überfallen und schwer verletzt liegen gelassen. Sie überlebte und reiste im Juli 1990 nach Paris, um sich dort Anfang 1991 dauerhaft niederzulassen. Die französische Staatsbürgerschaft erhielt sie 1994.
1995 schrieb sie sich an der Universität Paris VIII ein, um ihr Studium abzuschließen, nahm jedoch nur an zwei Workshops des Romanautors Paul Fournel zum kreativen Schreiben teil und ging dann in die Natur, um an ihrem ersten Roman zu feilen.
Ihr Werk La fille de la casbah, das sie nach dem frühen Tod ihrer Mutter begonnen hatte, erschien 1996 bei Éditions Julliard. Seitdem widmete sie sich ausschließlich dem Schreiben von Romanen, reiste um die Welt, um Vorträge zu halten, und leitete Workshops für kreatives Schreiben für Erwachsene und Kinder in Frankreich und im Ausland. Ihre Werke beschäftigen sich insbesondere mit der Situation der algerischen Frau und den Begriffen Freiheit und Modernität. Der Tonfall kann ernst sein, aber sie zögert auch nicht, Humor oder Slapstick zu verwenden, wie in La Vie sexuelle d'un islamiste à Paris, das 2007 erschienen ist. Ihre Bücher wurden in zahlreichen Ländern übersetzt (Deutschland, Großbritannien, Italien, Griechenland, Niederlande, USA, Südkorea, Südafrika, Polen …).
Sie war außerdem Gründerin von La Boutique des écritures, einem Verein zur Förderung der französischen Sprache in Frankreich und der Welt, und von 2010 bis 2019 literarische Beraterin und Herausgeberin. Seit 2006 war sie Mitglied der Société des gens de lettres (SGDL).
Ihr Vater war Philologe und einst Student an der Universität Algier und der Sorbonne in Paris. Er starb 2013. Da Marouane nach eigenen Angaben publizierte, um „ihm zu gefallen“, verzichtete sie als Zeichen des Leids auf die Veröffentlichung ihres siebten Romans. Zwei Jahre lang widmete sie sich stattdessen der Veröffentlichung des Romans ihres Vaters, der im Verlag Editions Chihab in Algier erscheinen sollte. Dennoch veröffentlichte sie parallel kurze Texte und beteiligte sich an einer Anthologie, die dem Algerien der 1970er Jahre unter Houari Boumedienne gewidmet und 2016 erschienen ist: Les Années Boum.
2015 begann sie eine Forschungsarbeit in allgemeiner und vergleichender Literaturwissenschaft an der Sorbonne Université und arbeitete unter der Leitung von Sophie Basch über Emmanuel Bove und den Iraner Sadegh Hedayat, „Deux étrangers à Paris“, eine Möglichkeit, sich auf die väterlichen Spuren zu begeben.
Werke Unter dem Pseudonym Leïla Marouane La Fille de la casbah. Julliard, 1996.
Ravisseur. Julliard, 1998.
Le Châtiment des hypocrites. Le Seuil, 2001.
L'Algérie des deux rives. Fayard, 2003. Les Criquelins, Fayard, 2004. Le sourire de la Joconde. Fayard, 2004. La Jeune Fille et la Mère. Le Seuil, 2005. La Vie sexuelle d'un islamiste à Paris. Éditions Albin Michel, 2007.
Unter tatsächlichem Namen Leyla Z. Mechentel Le papier, l'encre et la braise. Le Rocher, 2009. Nouvelles d'Algérie. Magellan, 2009. Algéries 50. Éditions Magellan, 2012. Mon tuteur légal. In: Muze, 2014. Les années boom. Éditions Chihab, 2016
Preise und Stipendien (Auswahl) Überregionale Preise werden aufgelistet. 1997: Präsenzstipendium auf Schloss Wiepersdorf, Berlin 2000: Creator of Peace (UNESCO), Griechenland 2001: Bourses (Prix) Thyde Monnier für Le Châtiment des Hypocrites 2001: Prix de la Société des Gens de Lettres 2001: Prix des Écrivains de langue française 2002: Prix du roman français à New York 2004: LiBeraturpreis, Frankfurt am Main 2004: Narrativa Donna, Italien 2005: Prix de la Société des gens de lettres 2005: Prix de l'Afrique Méditerranéenne/Maghreb 2006: Prix des écrivains de langue française 2007: Prix Jean-Claude Izzo für La jeune fille et la mère
Literatur
Inhaltsverzeichnis
Siehe auch Liste algerischer Schriftsteller
Weblinks Leïla Marouane auf dem Internationalen Literatur Festival Berlin Leïla Marouane sans chaînes ni maître, Interview mit Leïla Marouane von Rémi Yacine, El Watan, 13. August 2007 Leïla Marouane bei Fayard
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Französisch) Kategorie:Literatur (Frankreich) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Schriftsteller (Paris) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Kurzgeschichte Kategorie:Pseudonym Kategorie:Journalist (Frankreich) Kategorie:Journalist (Algerien) Kategorie:Franzose Kategorie:Algerier Kategorie:Geboren 1960 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Frau